B-Seite Festival
März 2019

2017


sturmschach

by paul heyduck & marc szpuner

 

Musikalisch bewegt sich STURMSCHACH zwischen experimentellem Drone und verrauschtem Techno. Wobei es eher um die Muster und Schwebungen geht als um tanzflächen-taugliche Funktionsmusik. Sich im Detail verlieren zu können ist ein Geschenk und im Prinzip das, was auch repetitiven Trommelrhythmen oder rohes Techno anbieten. Dieser meditative Moment ist es, nach dem wir auf diese beton-artige, brachiale Art suchen. Wo man die Freiheit hat, sich auch zwischen den Kästchen bewegen zu können und grade entstandene Strukturen gleich wieder dekonstruieren zu dürfen. Für unsere Highlight-hungrige Kurzlebigkeitskultur stellt ein oszillierendes Noise-Feld einen Gegenentwurf da. Viele Strukturen offenbaren sich erst nach einiger zeit. Diese seltsamen nicht -bilder aushalten zu können ist eine wunderbare Fähigkeit.
Die generativen Anaglyphbilder werden mit einer selbst geschriebenen Software erzeugt. So lässt es sich intuitiv durch die verschiedenen Parameter tauchen - in einem hypnotischen Sog durch Bildwelten die an CT-Scan oder Quantenfelder erinnern, kann man die Texturen von interferierendem digitalem Rauschen und seine plastische Vielschichtigkeit erfahren.